Perspektiven vom 1. Alterskongress

Mitte Januar fand in Biel der erste nationale Alterskongress statt. Unter den rund 400 Teilnehmenden befanden sich auch Vertreterinnen von AIAS. Der Kongress brachte vielfältige Perspektiven auf das Altern und seine Bedeutung in der Gesellschaft zutage. Ein Thema von besonderem Interesse war der Einsatz von Technologien im Alltag älterer Menschen und die damit verbundenen Herausforderungen. Eine Kernkompetenz von AIAS.

Das Konzept des Alters ist vielschichtig und kann nicht auf eine einzelne Zahl reduziert werden. Dieser Standpunkt wurde von Christina Röcke, Co-Direktorin des Healthy Longevity Centers an der Universität Zürich, vorgestellt und durch wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt. Frau Röcke hat gezeigt, dass das traditionelle Defizitmodell des Alterns zunehmend durch das Kompetenzmodell ersetzt wird. Das heisst, anstatt das Altern als eine Phase des immer grösser werdenden Mangels zu betrachten, sollten wir Chancen und Potenzial in den Vordergrund stellen. Das Leben ist unabhängig vom Alter von Höhen und Tiefen sowie von einem komplexen Entwicklungsprozess in verschiedenen Lebensphasen geprägt. Zum Nachdenken angeregt hat zudem, dass positive Vorstellungen und Bilder vom Altern nachweislich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Menschen haben, auch bei jüngeren Personen. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit, unsere Einstellung zum Altern zu überdenken und die positiven Aspekte in unserem Leben stärker zu betonen.

Neben verschiedenen Perspektiven des Alterns waren auch die soziale Sicherheit älterer Menschen und die Finanzierungsfragen auf verschiedenen Ebenen ein Thema. Dabei ging es in erster Linie um die bevorstehenden Volksabstimmungen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) im März. Es gab durchaus einige kritische Meinungen zum möglichen Ausbau der Leistungen. Insbesondere im Hinblick auf den Generationenvertrag wurde davor gewarnt, ältere Menschen zu sehr zu bevorzugen.

Unter den Teilnehmern sehr beliebt war zudem ein Workshop zum Thema Alter und Technologien. Ältere Menschen sind mehrheitlich alles andere als technologiefeindlich, so der Tenor der Teilnehmenden. Das wurde bereits auch im AIAS Report #1 aufgezeigt. Sabine Misoch, Professorin am Institut for Ageing Research der Ostschweizer Fachhochschule, hat die aktuell im Alltag eingesetzten Roboter vorgestellt und wichtige Fragen zur zukünftigen Entwicklung aufgezeigt, beispielsweise Aspekte der Datensicherheit oder ethische Überlegungen.

Vieles ist am Tun – wichtig dabei ist, dass die ältere Generation nicht abgehängt wird beim Thema Technologie und Digitalisierung. Dafür setzen wir uns ein.